Motorkühlung dient als Wärmespender und Erzeuger von Wasserdampf

Messina (pte/08.12.2008/13:50) – Wissenschaftler am italienischen Istituto di Tecnologie Avanzate per l“Energia http://www.itae.cnr.it haben eine Energie sparende und ökologische Klimaanlage für Lastkraftwagen entwickelt. Das System wird über den Kühlwasserkreislauf des Motors gespeist und benutzt als Kühlmittel an Stelle des umweltfeindlichen Freon den aus der Abwärme entstehenden Wasserdampf.

„Es handelt sich um ein sicheres und geräuscharmes System, das klimafreundliche Bauteile und Kühlstoffe benutzt“, erklärt Institutsleiter Gaetano Cacciola . „Ein weiterer, für den Lkw-Fahrer nicht unerheblicher Vorteil besteht darin, dass die Anlage mit Hilfe eines Zusatzbrenners auch bei abgestelltem Motor benutzt werden kann.“ Herkömmliche Klimaanlagen würden wegen des vermehrten Kraftstoffverbrauchs und des ozonfeindlichen Giftgases Freon zur gefürchteten Klimaerwärmung beitragen. Bei dem neuartigen System werde die Motorkühlung als Wärmespender und Erzeuger von Wasserdampf genutzt.

Der Wasserdampf wird durch poröse Feststoffe wie synthetische Zeolithe oder Siliziumsilikate gebunden. Dieser reversible Vorgang sei durch die Bereitstellung von thermischer Energie – rund 90 Grad – möglich. „Da die vom System genutzte Wärme nichts kostet, entsteht kein zusätzlicher Energiebedarf für die Kurbelwelle und demnach auch kein Mehrbedarf an Kraftstoff“, bestätigt der italienische Wissenschaftler.

Die Erfindung bedeutet einen spürbaren Fortschritt auf dem Weg zur Verbesserung der Umweltfreundlichkeit von Kraftfahrzeugen, da die meisten Modelle serienmäßig mit Klimaanlagen ausgerüstet sind und den Richtlinien des EU-Parlamentes entsprechend ab 2011 der Einbau von Anlagen mit einem Global Warming Potential (Gwp)-Wert von mehr als 150 verboten ist. Herkömmliche Systeme verlieren 13 bis 40 Gramm Freon im Jahr, was für Europa einen Gesamtausstoß von schätzungsweise 750 bis 2.500 Tonnen bedeutet. Durch den zusätzlichen Kraftstoffverbrauch ergibt sich eine Mehrbelastung von jährlich fünf bis zehn Mio. Tonnen Kohlendioxid.

Der Prototyp ist in Zusammenarbeit mit Iveco, Valeo und Mitsubishi Chemical im Rahmen des EU-finanzierten Projekts „Operated Mobile Air Conditioning Systems“ (Topmacs) entstanden. Seine Alltagstauglichkeit soll in einem Feldversuch auf dem Iveco-Modell „Stralis“ getestet und bis Februar 2009 unter Beweis gestellt werden. Die technische Neuheit war in Rom während der „H2 Roma Energy & Mobility Show“ vom 13. bis 15. November zu sehen.

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